Sprache, Sprachentwicklung und Sprachförderung


Liebe Leserinnen und Leser,

am 24.10.2019 fand in der Kindertagesstätte Herfa ein Elternabend zu dem Thema Sprache, Sprachentwicklung und Sprachförderung statt.

Sprache nimmt einen wesentlichen Anteil in der menschlichen Kommunikation ein und findet in unserem täglichen Leben ständig statt. Daher ist die Fähigkeit sprechen zu lernen eine Voraussetzung dafür sich anderen Menschen mitzuteilen und diese auch zu verstehen. Sprachkompetenz ist wichtig für die emotionale und kognitive Entwicklung eines Kindes und wirkt sich positiv auf das Lesen- und Schreibenlernen aus. Weiterhin nimmt die Sprachförderung eine zentrale Bedeutung im hessischen Bildungsplan ein.

Die Sprachentwicklung beginnt bereits durch auditive Reize im Mutterleib, erfolgt kontinuierlich und verläuft bei jedem Menschen individuell und unterschiedlich. Grundsätzlich kann man folgende Entwicklungsschritte benennen, wobei die angegebenen Altersspannen Durchschnittswerte sind:

- ab Geburt: Schreien, Ausbildung verschiedener Schreie
- ca. ab dem 1. Lebensmonat beginnt sich das Lallen auszubilden
- ca. ab 6 Monaten: Bildung erster Einzelsilben
- ca. ab 9 Monaten: Nachahmung von Mundbewegungen
- mit ca. 24 Lebensmonaten: Zwei-Wort-Sätze, Wortschatz ungefähr 50 Wörter
- zwischen 3 und 4 Jahren: Verwendung einfacher Hauptsätze, Wortschatz ca. 800 Wörter, Warum-Fragen
  Formulierung von Wünschen und Bedürfnissen
- ab ca. 5 Jahren: weitestgehend korrekte Grammatik, Sprachentwicklung annähernd abgeschlossen
- ab 6 Jahren: Festigung der Sprache, aktiver Wortschatz von ungefähr 5000 Wörtern

Sprachförderung erfolgt im Kita-Alltag auf vielfältige Art und Weise. Sie beginnt mit der Begrüßung beim morgendlichen Bringen und zieht sich durch den gesamten Tagesablauf. Einen wesentlichen Anteil hat dabei das Spiel, da Kinder hier sehr intensiv miteinander in Kontakt treten und sich austauschen. Auch die stattfindenden Kreise und die Kinderkonferenz ermutigen Kinder in einen Dialog zu treten und vermitteln Gesprächsregeln. Ergänzt wird dies durch das Vorlesen und Erzählen, Bilderbuchbetrachtungen sowie Gesangs- und Rhythmikangebote. Auch im alltäglichen Umgang mit Kindern lässt sich die Entwicklung der Sprache auf leichte Weise positiv beeinflussen. Spricht man beispielsweise mit Kindern auf Augenhöhe, so fühlen sie sich als gleichberechtigter Gesprächspartner gegenüber einem Erwachsenen und fühlen sich ernst genommen. Weiterhin kann man das eigene Handeln situativ, z.B. beim Wickeln, sprachlich begleiten. Das Kind lernt hierbei am Vorbild des Erwachsenen. Ebenso kann man Kinder durch die gezielte Verwendung von Fragen anregen sich selbst zu äußern und das eigene Handeln zu versprachlichen. Weiterhin sollte man seine Sprache dem Entwicklungsstand des Kindes anpassen und klare, einfache Sätze verwenden. Was sich ebenfalls positiv auswirkt ist das Korrigieren durch Vorbild. Dies bedeutet, dass man das Kind nicht auf seinen ausgesprochenen Fehler hinweist, sondern es dadurch korrigiert, dass man lediglich die richtige Aussprache verwendet. Mit am wichtigsten ist es jedoch, dass sich alle Bezugspersonen eines Kindes miteinander austauschen um Sprache gezielt analysieren und fördern zu können.

Liebe Leserinnen und Leser, wir hoffen, dass wir ihnen hiermit einen Einblick in das komplexe Thema Sprache geben konnten.

Das Team der Kindertagesstätte Herfa

 




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Kindertagesstätte Wölfershausen
Pädagogische Gesamtleitung
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